Immobilien-News Dezember 2022

Stefan Perlebach

27.12.2022

Zum Jahresende hin sind leider verschiedene Herausforderungen erhalten geblieben: Der Ukraine-Krieg setzt sich fort und die Inflation bleibt weiterhin hoch. Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Inflationsrate ist zumindest nicht weiter gestiegen und die Zentralbanken setzen mittlerweile auf kleinere Zinsschritte als bisher, wodurch sich Immobilienkredite nicht weiter verteuert haben.

Zu den derzeitigen Preisentwicklungen am Immobilienmarkt gibt es ganz unterschiedliche Stimmen: Manche sprechen davon, dass die Preise erstmals seit Jahren minimal gesunken sind, andere warnen davor, dass mangels Kreditvergaben viel weniger Menschen Eigentum erwerben können und daher die Miet-Nachfrage durch die Decke gehen wird. Wir versuchen dir, anhand einiger aktueller Medienberichte, einen zuverlässigen Überblick zu bieten.

Bauwirtschaft unter Druck

Für die Bauwirtschaftet sorgen die gestiegenen Zinsen und die hohen Materialpreise für Schwierigkeiten. Denn die Aufträge gehen merklich zurück, berichten verschiedene Medien, beispielsweise Haufe.de. Ein Umsatzeinbruch von über 10 Prozent ist zu erwarten. Wann sich die Situation bessert, ist kaum vorhersehbar und wohl stark von den Energiepreisen abhängig. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass die gestiegenen Lohnkosten in der Baubranche ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind, da Bautätigkeiten entsprechend personalintensiv sind.

Welche Auswirkungen hat das für Investments?

Wenn du bereits Bestandsimmobilien hast, kannst du überlegen, diese zu sanieren. Durch die angespannte Situation in der Baubranche ist es möglich, wieder etwas günstigere Angebote zu bekommen. Besonders im Winter, wo manche Bauarbeiten wetterbedingt nicht möglich sind, bieten Unternehmen teils Rabatte auf die Kosten für die Arbeitszeit an. Vergleiche am besten verschiedene Angebote und prüfe, ob du zusätzlich Förderungen nutzen kannst. So kannst du deinen Bestand, sofern du für die Sanierung keinen teuren Kredit aufnehmen musst, derzeit zu leistbaren Preisen aufwerten.

Warten auf neue Förderungen

Nicht nur die Bauwirtschaft, auch viele Baufamilien warten bereits ungeduldig auf eine konkrete Information, welche Förderungen es wann geben wird. Die Kfw-Fördermittel werden frühestens im März 2023 bereitgestellt, doch wofür genau Förderungen vergeben werden, scheint nach wie vor politisch umstritten zu sein, berichtet das Handelsblatt.

Für all jene, die neu bauen oder sanieren möchten, bedeutet das weiterhin Unsicherheit. Warum hier nicht schneller gehandelt wird, obwohl bestehende Förderprogramme ausgelaufen sind, bleibt unverständlich. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Politik, diese Thematik zu lösen, um die Arbeitsplätze in der Baubranche zu sichern.

Warnende Worte für das neue Jahr

Die FAZ schreibt sogar über eine „Zeitenwende“, die sich durch Inflation und steigende Zinsen ergeben würde. Das Ziel der Regierung, 400.000 neue Wohnungen zu schaffen, scheint unrealistisch. Die Zeitung thematisiert dabei auch, dass die Auswirkungen nicht „nur“ die Baubranche direkt treffen. Mangelnder Wohnraum kann in weiterer Folge zu steigenden Mieten führen, wodurch die Inflation weiter in die Höhe getrieben werden könnte. Um einen Teufelskreis zu vermeiden, muss diese Kettenreaktion durchbrochen werden. Das kann beispielsweise geschehen, indem Baukosten wieder sinken, Förderungen greifen oder der staatliche Wohnbau erweitert wird. Doch derzeit ist keine Entwicklung in diese Richtung zu erkennen, denn zahlreiche Bauträger-Projekte werden ganz gestoppt oder zumindest vorerst verschoben. Wie weitreichend die Auswirkungen des verringerten Wohnbaus wirklich sein werden, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/inflation-und-steigende-zinsen-belasten-bauwirtschaft-18548755.html

Luxusimmobilien in Deutschland

Eine entspannte Lektüre rund um den heimischen Immobilienmarkt bietet Business Insider. Hier wird über die teuersten Objekte des vergangenen Jahres berichtet. Ob es sich dabei wohl auch um die zehn schönsten Immobilien des Landes handelt, musst du selbst bewerten…

Fazit 2022

Das gesamte Jahr war durch verschiedene Krisen geprägt. Von der Pandemie bis hin zum Ukraine-Krieg, dazu Lieferkettenprobleme und hohe Inflation, wodurch es zu steigenden Zinsen kam. Somit war 2022 kein einfaches Jahr für Investorinnen und Investoren – egal ob in der Immobilienbranche oder in anderen Investment-Segmenten.

Doch auch so eine Phase kann lehrreich sein: Denn es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, ein breit aufgestelltes Portfolio an Investments zu besitzen. Und selbst in schwierigen Zeiten tun sich neue Chancen auf. Denn durch die Gegebenheiten sind wesentlich mehr Immobilien zu verkaufen als noch vor einem Jahr und Indexmietverträge bieten die Chance, sich durch Immobilien-Investments vor Geldentwertung zu schützen.

In Zusammenhang mit der medialen Berichterstattung, auf die wir in dieser monatlich erscheinenden Beitragsreihe immer den Fokus werfen, hat uns das Jahr 2022 auch viel gelehrt. Zuerst wurde der Immobilienbrache medial ein Einbruch prognostiziert, dann war von stagnierenden Preisen die Rede und zum Jahresende hin kommt nun medial die Sorge auf, die Mieten könnten sogar deutlich steigen, weil sich weniger Menschen Eigentum leisten können und weniger neue Immobilien errichtet werden. Berichterstattung zu Themen wie Immobilien ist schwierig und immer eine Momentaufnahme. Daher ist den Medien diesbezüglich auch nichts vorzuwerfen. Als Investor kannst du jedoch daraus lernen, wie wichtig es ist, Investment-Entscheidungen nicht von medialen Momentaufnahmen und Emotionen leiten zu lassen. Verfolge stattdessen immer eine eigene Strategie, achte auf mittel- und langfristige Planung und entscheide faktenbasiert.

Wir bedanken uns für dein Interesse an unseren Blogartikeln und freuen uns schon darauf, dich auch 2023 mit spannenden Infos rund um den deutschen Immobilienmarkt versorgen zu dürfen.

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