Immobilien-News: Was geschah im Juni 2022?

Matthias

03.07.2022

Auch im Juni hat sich am heimischen Immobilienmarkt und in den verwandten Branchen wieder viel getan. Die wichtigsten News haben wir für dich aufbereitet, die vollständigen Artikel der jeweiligen Quellen sind immer verlinkt, falls du dich bei einem bestimmten Thema genauer einlesen möchtest.

Das Wichtigste vorab: Im Fokus steht weiterhin die Inflation, auch Lieferschwierigkeiten, teure Handwerker und steigende Zinsen beherrschen die Schlagzeilen. Für Investorinnen und Investoren besonders spannend ist, dass mehr Wohnungen online inseriert werden. Das steigert die Chance, eine Top-Immobilie zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Doch Vorsicht: Ein etwas geringerer Kaufpreis bedeutet derzeit nicht, dass dein Gesamtinvestment sinkt. Denn für Renovierungen und Finanzierungen sind aktuell höhere Kosten einzuplanen als noch vor einigen Jahren. Doch der Reihe nach…

Immobilienpreise im ersten Quartal gestiegen

Beginnen wir mit einem kurzen Rückblick. Der Spiegel berichtet, dass die Preise für Immobilien deutschlandweit, im ersten Quartal 2022, durchschnittlich um 12 Prozent gestiegen sind. Ein beachtlicher Wert, der auch die Berechnungsgrundlage hochschraubt, wenn heute von „stagnierenden Preisen“ gesprochen wird. Ein Blick auf das vorherige Quartal zeigt, dass sich der rapide Anstieg jedoch eingebremst hat. Denn in Relation zu Q4/2021 sind die Preise in Q1/2022 „nur noch“ um knapp ein Prozent gestiegen. Fazit? Eingebremste Preissteigerungen ja – aber auf einem sehr hohen Niveau.

Schieflage in der Baubranche

FOCUS Online widmet sich der Baubranche und berichtet, dass immer öfter Aufträge verschoben oder storniert werden. Grund dafür sind nicht ausschließlich die gestiegenen Kosten, sondern auch Lieferengpässe. Wer schlichtweg das nötige Material nicht bekommt, kann einen vor längerer Zeit erstellten Terminplan einfach nicht mehr einhalten. Ein genanntes Beispiel illustriert das Problem wunderbar: Es kam teils zu Verzögerungen von bis zu sieben Wochen – eine Dauer, in der ansonsten schon ein Rohbau errichtet werden hätte können.

Allerdings wird Interviewpartner, Bauunternehmer Bopp, auch deutlich, was die weitere Preisentwicklung angeht. Er stellt klar, dass es mit den endlosen Preiserhöhungen von Herstellern nicht so weitergehen könne.

Baukredite: Über 3 Prozent Zinsen

Ebenfalls einen Anteil an der schwierigen Marktsituation haben die Finanzierungskosten, berichtet der Spiegel. Danach liegen die Kreditzinsen für die Schaffung von neuem Wohnraum weit verbreitet bei über drei Prozent pro Jahr. Das ist der höchste Wert seit knapp 10 Jahren. Gestiegene Baukosten, längere Lieferzeiten und dann auch noch teurere Finanzierungen: Das kann in Summe nicht wirklich gut gehen. Zumindest für all jene, die den Traum vom Einfamilienhaus für sich selbst verwirklichen wollten, wird es schwierig. Bei Investments bestehen immer noch andere Hebel, etwa eine entsprechend höhere Miete oder ein vergleichsweise geringerer Kaufpreis. Doch gerade für die Eigennutzung wird der Immobilienkauf somit äußerst schwierig realisierbar.

Inflation…

Die Inflation wird zum Dauerbrenner unserer monatlichen News. Leider gibt es hier weiterhin keine guten Neuigkeiten. Die Zeit berichtet, dass im Mai ein Wert von 7,9% erreicht wurde – eine Zahl, die in den letzten Jahren undenkbar gewesen wäre. Einzger Lichtblick aus Investment-Perspektive: Wer günstiges Kapital aufgenommen hat, profitiert nun davon, dass der ausständige Kreditbetrag durch die Inflation de facto entwertet wird. Abseits davon gibt es jedoch nichts Positives zu sagen. Die hohe Inflationsrate wird zu höheren Löhnen führen, wodurch die Handwerker-Leistungen womöglich noch teurer werden als bisher. Eine Spirale, aus der nur schwierig ein baldiger Ausstieg gelingen wird.

Angebot steigt

Ein Aspekt, den wir schon vor mehreren Wochen thematisiert haben, hat nun auch Immobilienscout24 aufgegriffen: Das Angebot an Neubauwohnungen steigt. Und das, obwohl die Bautätigkeiten sinken. Das bedeutet wohl, dass derzeit noch einige Bauprojekte fertiggestellt werden, die schon vor längerer Zeit begonnen wurden. Diese Tatsache wirkt sich wohl auch darauf aus, dass die Anzahl der inserierten Wohnungen insgesamt gestiegen ist – darüber hatten wir bereits berichtet.

Fazit aus Investment-Sicht

Im Juni hat sich die Situation aus Investment-Sicht nicht wesentlich verändert. Die stärkste Dynamik ist wohl bei den Kreditzinsen zu sehen, bei denen offenbar weitere Erhöhungen nicht ausgeschlossen sind. Diese Veränderung muss bei Investments beachtet werden. Denn die zusätzlichen Finanzierungskosten müssen bei der Rendite-Berechnung berücksichtigt werden. Kritisch ist es, Immobilien zu erwerben, die erst saniert werden müssen. Denn teure Handwerker und Lieferengpässe erschweren die Planbarkeit eines solchen Vorhabens. Unser Fazit lautet daher: Es besteht kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht. Setze dir klare Richtlinien, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit du ein Investment tätigst. Plane und kalkuliere umso genauer, damit sich dein Projekt auch wirklich rechnet. So sicherst du dich gegen zunehmende Kosten und Risiken ab. Gleichzeitig fehlen weiterhin alternative Anlagemöglichkeiten, die attraktiver als Immobilien wären. Dementsprechend heißt es nun ruhig bleiben, Hausaufgaben erledigen und abwarten, welche Entwicklungen der Sommer mit sich bringt.

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