Investieren beginnen: Aktien oder Immobilien?

Fabian Lurz

17.01.2023

Investieren beginnen heißt auch, sich hinsichtlich des ersten Investments für eine bestimmte Anlageklasse (Aktien, Anleihen, ETFs, Immobilien, Kryptowährungen, etc.) zu entscheiden. Gerade zu Beginn der eigenen Investment-Erfahrung herrscht bei vielen Menschen noch Unsicherheit, welches Investment die richtige Wahl ist. Wir fassen für dich daher die Vor- und Nachteile von Aktien und Immobilien zusammen.

Investieren beginnen mit Aktien und ETFs

Für dein erstes Investment bieten sich Aktien und ETFs an. Bei Aktien handelt es sich um direkte Beteiligungen an einem bestimmten Unternehmen. Du erwirbst also einen minimalen Anteil des Unternehmens. Dabei kannst du profitieren, indem du das Recht hast, an der Gewinnausschüttung des Unternehmens anteilig zu partizipieren („Dividende“) und wenn sich der Wert des Unternehmens erhöht, kannst du deine Aktie teurer weiterverkaufen.

Bei einem ETF handelt es sich um einen börsengehandelten Fonds, der zahlreiche Unternehmen beinhaltet. Du investierst also nur in den ETF, erwirbst somit aber indirekt Anteile an zahlreichen Unternehmen. Beliebt ist beispielsweise der MSCI World, der weit über 1.000 Unternehmen beinhaltet.

Aktien und ETFs: Vor- und Nachteile

Aktien und ETs bieten verschiedenste Vor- und Nachteile, die du für deine Investment-Entscheidung bedenken musst.

Vorteile von Aktien und ETFs

Der große Vorteil eines ETFs besteht in der Risikostreuung. Mit einem einzigen Investment beteiligst du dich indirekt an zahlreichen Unternehmen. So bist du von Beginn an breit aufgestellt, während du bei einem Aktienkauf „nur“ an einem bestimmten Unternehmen beteiligt bist. Dadurch bist du bei Aktienkäufen immer völlig von der Performance eines einzigen Unternehmens abhängig. Das kann zu deutlich stärkeren Kursschwankungen führe als bei einem breit gestreuten ETF.

Ein Vorteil, der sowohl bei ETFs als auch bei Aktien gilt, ist die generelle Einfachheit des Investments. Die Transaktionen werden online durchgeführt, die Spesen sind gering und auch der Aufwand, die anfallenden Steuern abzuführen, ist minimal. Bereits mit kleinen Beträgen ist es möglich, erste Investments an der Börse zu tätigen. Mit einem Sparplan kannst du regelmäßig Nachkäufe tätigen und dein Investment somit zusätzlich automatisieren.

Zu bedenken ist, dass es Transaktionsspesen gibt. Diese fallen bei geringeren Investment-Beträgen stärker ins Gewicht. Deshalb ist es wichtig vorab zu vergleichen, welcher Anbieter für dich passende, gute Konditionen anbietet.

Nachteile von Aktien und ETFs

Das hohe Risiko der Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Unternehmen wurde bereits angesprochen. Bei ETFs ist dieser Nachteil nicht gegeben. Was jedoch gleichermaßen bei ETFs und Aktien gilt ist, dass nur Eigenkapital verwendet werden kann. Das bedeutet, du investierst versteuertes Geld und kannst beispielsweise keinen Kredit nutzen, wie es bei Immobilien der Fall ist. Dadurch ist die investierte Gesamtsumme typischerweise deutlich geringer als bei Immobilien-Investments, wo du dein Eigenkapital noch um Fremdkapital aufstocken kannst.

Ein weiterer Aspekt ist, dass du starke Nerven für schwierige Phasen an der Börse benötigst. Die Finanzkrise, die Covid-Pandemie oder auch der Ukraine-Krieg – viele unvorhersehbare Ereignisse beeinflussen die Entwicklung deiner Aktien und ETFs potenziell jahrelang. Die Planbarkeit ist somit eingeschränkt und es ist ganz normal, dass dein Kapital zwischenzeitlich, möglicherweise sogar deutlich, an Wert verliert. Darauf musst du dich einstellen und damit solltest du auch mental gut leben können. Wichtig ist außerdem, dass du ausreichend Liquidität besitzt, um nicht während schlechter Marktphasen verkaufen zu müssen. Andernfalls kann es passieren, dass du Verluste realisierst.

Aus Perspektive der Steueroptimierung gibt es wenig zu sagen. Denn bei Aktien und Anleihen gibt es, im Vergleich zu Immobilien, keine Abschreibungen oder sonstige absetzbare Kosten. Somit ist die Steuerlast einerseits gut planbar und einfach nachvollziehbar, Optimierungsmöglichkeiten bestehen jedoch kaum.

Investieren beginnen mit Immobilien

Nachdem du jetzt einen ersten Überblick rund um Börsen-Investments erhalten hast, fokussieren wir uns nun auf Immobilien als Investmentmöglichkeit. Wenn du zu investieren beginnen willst, wirst du bei Immobilien vor allem an Erträge aus Mieteinnahmen denken. Dazu erwirbst du eine Wohnung, vermietest sie und bezahlst mit den laufenden Mieteinnahmen die anfallenden Kosten (Kredittilgung, Zinsen, etc.). Sobald der Kredit abbezahlt ist, stehen dir die überschüssigen Mieteinnahmen als freier Cashflow zur Verfügung.

Abseits dieser klassischen Buy and Hold-Strategie gibt es noch weitere Möglichkeiten, um mit Immobilien Geld zu verdienen. Du kannst neben Mieteinnahmen auch auf Wertsteigerung hoffen. Alternativ kannst du auch Objekte ankaufen, sanieren und teurer weiterverkaufen. Wenn du erst mit dem Investieren beginnst und noch keine Immobilien-Erfahrung hast, ist diese Fix and Flip-Strategie allerdings etwas riskanter. Sie ist mit viel Arbeit verbunden und du benötigst gute Kontakte, um Immobilien günstig zu erwerben, preiswert zu sanieren und anschließend zu attraktiven Konditionen veräußern zu können.

Als erstes Immobilien-Investment bietet sich deshalb meist die unkomplizierte Vermietung einer Wohnung an. Beim Kauf der Immobilie kannst du bereits darauf achten, ein schon vermietetes Objekt zu erwerben. Oder du suchst eine Wohnung in guter Lage, mit praktischer Raumaufteilung, sodass die Vermietung problemlos gelingt. So reduzierst du dein Risiko und bekommst auch relativ einfach einen ersten Immobilienkredit.

Immobilien-Investments: Vor- und Nachteile

Selbstverständlich gibt es auch bei Immobilien-Investments, neben den zahlreichen Vorteilen, auch Nachteile. Deshalb fassen wir die wichtigsten Aspekte nun für dich zusammen.

Vorteile von Immobilien-Investments

Ein ganz zentraler Punkt ist, dass du für ein Immobilien-Investment überwiegend Fremdkapital nutzen kannst. Vereinfacht ausgedrückt leihst du dir also Geld und erzielst damit eine Rendite. Es arbeitet sozusagen Geld für dich, das nicht einmal dir gehört. Dadurch ist es möglich, insgesamt eine wesentlich höhere Summe zu investieren.

Gleichzeitig kannst du die Zinsen für den Kredit steuerlich absetzen. Diese Kosten verringern somit deine Steuerbemessungsgrundlage. Zusätzlich kannst du Abschreibungen nutzen, um deine Steuerlast weiter zu senken. Dadurch ist es möglich, Erträge aus der Vermietung zu erzielen und nur geringe Steuern dafür zu bezahlen.

Ebenfalls beachtlich ist, wie viel du mit deinen Ersparnissen am Immobilienmarkt erreichen kannst. Denn wenn du 20 Prozent des Kaufpreises durch Eigenkapital abdeckst und den übrigen Betrag fremdfinanzierst, steigt dein insgesamt investierter Betrag schnell und einfach in beträchtliche Höhen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Immobilienmarkt in Deutschland sich über Jahrzehnte hinweg sehr gut entwickelt hat. Wirklich starke Preisrückgänge gab es schon sehr lange nicht. Gerade in Zeiten hoher Inflation kommt hinzu, dass die Mieteinnahmen, zumindest bei Indexmietverträgen, gegen die Geldentwertung abgesichert werden können. Dieser Vorteil ist gerade, wenn die Inflationsraten besonders hoch sind, von großer Bedeutung.

Nachteile von Immobilien als erstes Investment

Wenn du erst sehr wenig Eigenkapital angespart hast, könnte die Summe, um eine erste Immobilie kaufen zu können, noch zu hoch für dich sein. Ebenfalls ist zu bedenken, dass Immobilien immer mit etwas Aufwand verbunden sind. Einerseits zeitlich, andererseits auch organisatorisch, denn du musst dich beispielsweise auch um die Buchhaltung kümmern. Im Gegenzug profitierst du von den zahlreichen Vorteilen, die Immobilien für den mittel- und langfristigen Aufbau von Vermögen mit sich bringen.

Investieren beginnen - Portfolio aufbauen

Um mit dem Investieren zu beginnen, musst du keine extrem hohen Beträge angespart haben. Es gibt auch keinen Investment-Weg, der immer am besten funktioniert. Vielmehr geht es darum, im Lauf der Zeit ein ganzes Portfolio aufzubauen. Sowohl Aktien, ETFs und Immobilien haben ihre Vor- und Nachteile.

Wenn wir von einem Portfolio sprechen, bedeutet das, du entscheidest dich nicht für ein einziges Investment, sondern verteilst dein Kapital auf unterschiedliche Positionen. Das kann also auch ein Mix auf spekulativen Aktien, einem breiten ETF und einer vermieteten Wohnung sein. Durch die Mischung erzeugst du Diversifikation.

Du reduzierst also die Abhängigkeit davon, wie sich ein einzelnes Investment entwickelt. Denn wenn beispielsweise Aktienkurse gerade fallen, kannst du diese Entwicklung vielleicht durch die Wertsteigerung deiner Immobilie ausgleichen. Ein gut balanciertes Portfolio verteilt Risiken und sorgt somit für Stabilität. Im Fokus steht nicht die Maximierung der Rendite (bei höherem Risiko), sondern eine stabile, zukunftssichere Wertentwicklung.

Investieren beginnen: Fazit

Investieren beginnen bedeutet nicht, sich für den einen oder anderen Weg zu entscheiden. Vielmehr geht es darum, die Vorteile verschiedener Investmentmöglichkeiten für dich zu nutzen. Immobilien spielen in jedem Portfolio eine bedeutende Rolle. Denn neben den Mieteinnahmen darfst du auch auf einen Wertzuwachs des Objektes hoffen. Die Vermietung ist zwar mit Aufwand verbunden, dafür profitierst du jedoch auch von steuerlichen Vorteilen. Ein großer Pluspunkt ist, dass du deine Mieteinnahmen durch Indexmietverträge gegen die Inflation absichern kannst. Dadurch ist gewährleistet, dass deine Mieterträge de facto nicht direkt von einer Geldentwertung betroffen sind.

Selbstverständlich kannst du, wenn du mit dem Investieren beginnen willst, auch andere Anlageformen nutzen. Ein ETF ist beispielsweise eine gute Option, um schon mit kleinen Anlagebeträgen zu starten. Hier musst du jedoch bedenken, dass die Börse deutlichen Schwankungen unterliegt und es sein kann, dass dein angelegtes Kapital – zumindest vorübergehend – an Wert verliert.

Wichtig ist, dass du über die verschiedenen Investment-Möglichkeiten gut informiert bist und frühzeitig beginnst, dein Geld anzulegen. Denn andernfalls parkst du deine Ersparnisse nur auf einem Tages- oder Festgeldkonto. So wäre dein Kapital der Inflation mit voller Wucht ausgesetzt. Baue daher am besten möglichst schnell Wissen über Investments auf und starte am besten direkt mit der Suche nach Anlage-Immobilien mit attraktiven Renditen.

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