Investoren-Update: Aktuelle Immonews

Matthias

27.04.2022

Zum Monatsende werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten Nachrichten rund um das Thema Immobilien. Der April war von den bekannten Herausforderungen geprägt: Der Krieg in der Ukraine, die Lieferengpässe bei Baumaterialien und dazu noch die Pandemie, wobei Covid derzeit tatsächlich in den Hintergrund rückt. Durch den Krieg gibt es Lieferschwierigkeiten, die teils auch Lieferungen aus Asien betreffen. Das hat Auswirkungen auf unterschiedlichste Bereiche der Immobilienbranche:

PV-Module haben enorm lange Lieferzeiten, in der Ukraine wurden bisher sehr viele Fliesen produziert und Rohstoffe gefördert. Durch die hohen Gaspreise wird die Produktion von weiteren Produkten, z.B. Ziegeln, teurer und auch hier kommt es daher zu Lieferverzögerungen, weil nicht alle Hersteller mit voller Power produzieren.

Soweit zur Ausgangslage und nun zu den konkreten News-Beiträgen der vergangenen Wochen.

Deutsche Bank glaubt an Ende des Preis-Booms

Ein Immobilienexperte der Deutschen Bank spricht im Handelsblatt davon, dass der Preis-Boom, gemäß Kalkulationen der Deutschen Bank, in dieser Dekade enden wird. Er vermutet, dass dies schon im Jahr 2024 der Fall sein kann. In Anbetracht dessen, dass Banken derzeit sehr viele, hohe Immobilienfinanzierungen vergeben – selbst mit geringem Eigenkapitalanteil – verwundern diese Aussagen. Schließlich würde das ein massives Risiko für die Banken selbst bedeuten, wenn die Immobilien, die ja als Kreditsicherheiten genutzt werden, an Wert verlieren würden.

Ministerin Geywitz will Bau von Einfamilienhäusern reduzieren

Aus ökologischen Gründen spricht sich die Ministerin im „Spiegel“ dafür aus, dass mehr Wohnungen und weniger Einfamilienhäuser errichtet werden sollen. Staatliche Anreize soll es zukünftig hingegen für Sanierungen geben. So sollen bestehende Gebäude, die schon in die Jahre gekommen sind, von der nächsten Generation wieder erneuert und weiter genutzt werden. Die Ministerin spricht auch von kleineren Wohnflächen, aber größeren Gemeinschaftsflächen, um die Klimaziele zu erreichen.

Ministerin vs. Deutsche Bank - Kontext beachten

Ob solche Konzepte von den Menschen wirklich angenommen werden, sei dahingestellt. Zu bedenken ist, dass das Einfamilienhaus in Deutschland die beliebteste Wohnform ist. Hier wird sich also zeigen, ob es durch Förderungen möglich ist, Menschen dazu bewegen, öfter zu sanieren statt neu zu bauen.

Betrachten wir die beiden bisher erwähnten Artikel ganzheitlich, ergeben sich hier deutliche Widersprüche. Wenn die Politik die Schaffung von Wohnraum erschwert, spricht das nicht gerade für einen zu erwartenden Rückgang der Immobilienpreise, wie es der Experte der Deutschen Bank erwähnt hatte.

Weniger Baugenehmigungen erteilt

Während eigentlich dringend Wohnraum geschaffen werden sollte, wurden im Monatsvergleich weniger Baugenehmigungen erteilt als vor einem Jahr - darüber berichtet der "Spiegel". Auch wenn es nur ein Indikator und eine Momentaufnahme ist, stellt dieser Rückgang eine wichtige Information dar. Denn diese Tatsache unterstreicht, dass die gesamte Baubranche derzeit sehr stark ausgelastet ist und die steigenden Baukosten dazu führen, dass Projekte womöglich umgeplant oder verschoben werden. Dadurch kommt es dann zu weniger Anträgen und weniger Baugenehmigungen.

Steigende Zinsen als Schwierigkeit

Focus.de berichtet darüber, dass die steigenden Zinsen zum Problem werden könnten. Denn während in den vergangenen Jahren sehr niedrige Zinsen die teuren Baukosten noch etwas abfedern konnten, wird die Leistbarkeit von Eigentum immer schwieriger. Die Zinsen steigen derzeit deutlich an – und das, obwohl der Leitzinssatz in der EU noch nicht erhöht wurde. Banken nehmen diese Entwicklung somit vorweg. Für Häuselbauer und Investoren ergeben sich dadurch weitere Zusatzkosten. Kritisiert wird auch, dass Banken teils riskante Immobilienkredite vergeben haben. Für jene, die bisher einen variablen Zinssatz hatten, kann eine Umschuldung, hin zu einem neuen Kredit mit Fixzinssatz, nun eine Absicherung darstellen, falls die EZB den Leitzinssatz nun wirklich bald erhöht.

Fazit

Die Immobilienbranche ist insgesamt in Aufruhr. Hohe Baukosten, steigende Kreditzinsen, Inflation und zusätzliche Unsicherheiten durch Lieferengpässe und den Krieg. All das sorgt für eine schwierige Gesamtsituation. Aus Sicht von Investorinnen und Investoren sind diese Probleme jedoch alle immer noch relativ – denn welche Alternativen gibt es? Die Börse ist aktuell nicht unbedingt ein sichererer Ort als der Immobilienmarkt und mit Indexmietverträgen besteht immerhin eine Absicherung gegen die Inflation. Klar ist, dass bei der Finanzierung neuer Investments derzeit besonders darauf geachtet werden muss, gute Konditionen zu bekommen. Möglicherweise sinkende Preise, wie von der Deutschen Bank erwähnt, scheinen eher graue Theorie als Realität zu sein.

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